8 Arbeit und Krankheit

3000/1400 m Gartenweg, Heigl
Symbol: Asklepios Schlange (Künstlerin: Tanja Fleischmann)

Wir betrachten das Standessymbol der Mediziner, die Asklepios-Schlange, die  293 v. Chr. Rom von einer Krankheit, einer Seuche, rettete.
Arbeitstempo und Aufschwung der Profite sorgten 2010 für einen deutlichen Anstieg der Arbeitsunfälle in Deutschland. Eine Studie des Bonner Ökonomen Armin Falk findet „Ungerechte Löhne sind schlecht für das Herz. Menschen, die ihre Bezahlung als unfair empfinden, geraten schnell unter Stress“.
„Arbeitest du noch, oder verzweifelst du schon?
Arbeit macht immer mehr Menschen krank. Therapeuten schlagen Alarm: Immer mehr Arbeitnehmer können aufgrund psychischer Erkrankungen ihrem Job nicht nachgehen. Der Grund ist oft Überlastung durch die Anforderungen der modernen Arbeitswelt. Eine Umfrage unter Betriebsräten zeige, dass in 84 % der Betriebe große Teile der Mitarbeiter ständig unter hohem Zeit- und Leistungsdruck stehen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) dagegen meldet: „Berufstätigkeit wirkt insgesamt sehr positiv auf die psychische Gesundheit.“
Zu einer Häufung psychosomatischer Beschwerden komme es auch, wenn der berufliche Einsatz in keinem Verhältnis zum Lohn und zur sozialen Anerkennung stehe, z.B. bei CallCenter-Mitarbeitern. Besonders gefährdet sind die humanen Dienstleistungen, also Lehr- oder Pflegeberufe, wo die Frustrationsrate sehr hoch ist. 
Lösung: Es gelte, die Kontrolle zurückzugewinnen  durch Gespräche mit Vorgesetzten, aber auch durch den Abschied von übersteigerten Erwartungen an sich selbst. Die Persönlichkeit des Mitarbeiters stärken und  die Kultur des Unternehmens verbessern.
Psychisch gesund bleibt, „wer erlebt, dass er Einfluss auf seine Tätigkeitsabläufe hat und sein Arbeitseinsatz angemessen honoriert wird, durch Anerkennung, aber auch durch die Vergütung“, betonte der Präsident der Psychotherapeutenkammer. Wichtig ist auch, dass das private Umfeld stimmt und dass die beruflichen Sorgen von einer stabilen Familie aufgefangen werden.

„Arbeitest du noch, oder verzweifelst du schon?